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Wein aus Südafrika

Das Weinland Südafrika unterteilt sich in fünf Regionen: Coastal, Boberg, Breede River Valley, Oliifants River und Little Karroo. Der holländische Gründer der Kap-Kolonie wollte Wein aus eigenen Landen und gute Geschäfte machen. Als der Arzt Jan van Riebeeck am Kap der Guten Hoffnung eine Versorgungsstation der Dutch East India Company einrichtete, legte er auch einen Rebberg an. Wein galt als Heilmittel gegen Darminfektionen der Seeleute. 1659 wurde der erste Wein gekeltert, von Trauben, deren Rebstöcke aus dem Westen Frankreichs stammten. Richtig Schwung bekam der Weinbau in Südafrika erst mit Van Riebeecks Nachfolger, Simon van der Steel. Auf seinem Weingut wurde ein später weltberühmter Süsswein erzeugt – der Constantia. Simons Sohn Willem Adrian weitete die Rebflächen aus, setzte Stöcke um Stellenbosch und Paarl. Zudem siedelten hugenottische Glaubensflüchtlinge in der Gegend von Franschhoek und importierten europäisches Weinwissen. Aus der Blütezeit der holländischen Ostindien-Kompanie stammen viele der im kapholländischen Stil erbauten Weingüter. Sie geben für Postkarten bestens geeignete Hochglanzsujets ab: L’Ormarins, Rustenberg, Buitenverwachting und etliche andere gehören zu den schönsten Weingütern der Welt. Geld spielte beim Bau keine Rolle. Die Versorgung der Schiffe, die am Kap einen Stopover auf ihrer langen Reise zu den südostasiatischen Gewürzinseln einlegten, warf reichlich Gewinn ab. Bei allen am Kap angelegten Rebbergen spielte Chenin blanc eine tragende Rolle. Heute bedeckt Chenin blanc – auch Steen genannt – rund 30 Prozent der südafrikanischen Rebflächen. Napoleon und Friedrich der Grosse nippten den Chronisten zufolge schon an südafrikanischen Weinen. Sein Image war zu dieser Zeit noch nicht das allerbeste. Das hat sich aber in den letzten Jahren radikal verändert. Der Fortschritt hielt Einzug bei Anbau und Verarbeitung. Seine Folge sind hervoragende Rot- und Weissweine. Bekannte Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay und Sauvignon Blanc reifen am Kap heran. Daneben bieten südafrikanische Winzer auch die Spezialität Pinotage (eine Kreuzung aus den Sorten Cinsault und Pinot Noir) an. Die Anbaufläche der noblen Traubensorten wie Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Merlot, Sauvignon Blanc etc. nimmt immer mehr zu. Die Kellertechniken sind verfeinert worden und die neuen Reben, die gepflanzt wurden und laufend werden, ergeben immer bessere und fruchtigere Weine.

Die Pinotage-Weine sind, sofern im Eichenfass ausgebaut und konzentriert, von sehr intensiver Struktur. Die stark ausgeprägten Tannine machen diese Weine zu idealen Begleitern von Mahlzeiten. Pinotage ist dadurch in Bezug auf die Lagerfähigkeit einem Cabernet Sauvignon ebenbürtig. Im Jahre 1995 wurde ein Pinotage-Produzenten-Verband gegründet, der heute rund 169 Mitglieder zählt. Jährlich kürt dieser die 20 besten Pinotage, aus welchen dann die besten 10 für den prestigeträchtigen Top-Ten-Award ausgesucht werden. Mit den wohlschmeckenden würzigen Shiraz-Weinen hat Südafrika in den letzten Jahren viel Aufsehen erregt. Auch Sauvignon Blanc ist auf gutem Weg, sich eine breite Konsumentenbasis in Europa zu schaffen. Nicht zu unterschätzen ist auch Chenin Blanc. Diese Traube wurde in Südafrika lange bloss für Alltagsweine gebraucht. Das hat sich mit den neuen, innovativen Weinmachern geändert. Diese haben den Wert der Traube auch für Qualitätsweine neu entdeckt. Die Roten noblen Rebsorten nehmen kontinuierlich zu: Für 2002 beanspruchen sie ca. 36.2 %, die weissen Rebsorten ca. 63.8% der gesamten Rebfläche. Neueste Zahlen sprechen von ca. 41% rot und 59% weiss. Neben den anerkannt guten Weinen, exportiert Südafrika auch Likörweine und Brandys. Fast die Hälfte der produzierten zehn Millionen Hektoliter Wein werden für diese hochprozentigeren Getränke verwendet.

» Südafrikanische Weine


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